Führungswechsel bei der GGL und Start der GlüStV 2021 Überprüfung
Frankie Schmitz · Aug 19, 2026

Führungswechsel bei der GGL und Start der GlüStV 2021 Überprüfung

Am 1. Juli 2026 übernimmt Christian Hochgrebe den Vorsitz im Verwaltungsrat der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und löst damit Sandro Kirchner ab, während die Behörde gleichzeitig die gesetzlich vorgeschriebene Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 beginnt. Diese erste umfassende Prüfung seit der Einführung des Vertrags untersucht Werbebeschränkungen, Einzahlungslimits, Verbraucherschutz sowie Maßnahmen zum verantwortungsvollen Glücksspiel und bleibt dabei auf zentrale Vorgaben wie das 1-Euro-Einsatzlimit bei Online-Slots ausgerichtet. Die Durchsetzung gegen illegale Anbieter zählt weiterhin zu den prioritären Aufgaben der Behörde.
Hochgrebe tritt sein Amt in einer Phase an, in der die regulatorischen Rahmenbedingungen für den deutschen Online-Glücksspielmarkt auf den Prüfstand gestellt werden, und Beobachter verfolgen, wie sich die neue Führung auf die laufenden Prozesse auswirkt. Die GGL koordiniert die Aufsicht über lizenzierte Anbieter in allen Bundesländern, während die Evaluierung Daten zu Spielverhalten, Werbewirkung und Schutzmechanismen sammelt, die in die Bewertung einfließen.
Die Rolle des neuen Verwaltungsratsvorsitzenden
Christian Hochgrebe übernimmt die Leitung des Verwaltungsrats zu einem Zeitpunkt, an dem die Behörde ihre Strukturen für die anstehende Vertragsprüfung festigt, und Fachleute betonen die Kontinuität in der Zusammenarbeit mit den Landesbehörden. Der Wechsel erfolgt nach der Amtszeit von Sandro Kirchner, der bis zum 30. Juni 2026 im Amt blieb, und die GGL stellt in ihrer Pressemitteilung klar, dass die operativen Abläufe unverändert weiterlaufen. Hochgrebe bringt Erfahrung aus der Landesverwaltung mit, was die Koordination zwischen Bundesebene und einzelnen Ländern erleichtern soll.
Die Aufgaben des Vorsitzenden umfassen die strategische Ausrichtung der Behörde sowie die Vertretung gegenüber Politik und Öffentlichkeit, während die tägliche Aufsichtstätigkeit durch das bestehende Team sichergestellt bleibt. In den ersten Wochen nach Amtsantritt stehen interne Abstimmungen zur Evaluierung im Vordergrund, und die Behörde plant erste Datenerhebungen bereits für den Spätsommer 2026.
Schwerpunkte der Evaluierung des GlüStV 2021
Die gesetzliche Evaluierung des Interstate Treaty on Gambling nimmt Werbebeschränkungen, Einzahlungslimits, Verbraucherschutz und verantwortungsvolles Spielen unter die Lupe, wobei die GGL auf bestehende Studien und Lizenzdaten zurückgreift. Experten der Behörde analysieren, wie sich die seit 2021 geltenden Regelungen auf das Spielverhalten ausgewirkt haben, und vergleichen diese mit Entwicklungen in anderen europäischen Märkten. Die Prüfung soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein und als Grundlage für mögliche Anpassungen dienen.
Das 1-Euro-Einsatzlimit bei Online-Slots bleibt während der Evaluierung unverändert bestehen, da es zu den Kernvorgaben des Vertrags gehört und die Behörde keine vorläufigen Änderungen ankündigt. Gleichzeitig erfasst die GGL Daten zu Werbeausgaben und deren Reichweite, um zu bewerten, ob die bestehenden Beschränkungen ausreichen oder ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Durchsetzung gegen illegale Anbieter
Neben der Vertragsprüfung bleibt die Bekämpfung illegaler Glücksspielangebote ein zentrales Handlungsfeld der GGL, und die Behörde intensiviert die Zusammenarbeit mit Zahlungsdienstleistern sowie mit Internetprovidern. In den ersten Monaten nach dem Führungswechsel laufen mehrere Verfahren gegen nicht lizenzierte Plattformen, deren Ergebnisse in die Evaluierung einfließen können. Die Behörde nutzt technische Sperren und finanzielle Kontrollen, um den Zugang zu unregulierten Angeboten einzuschränken.
Im August 2026 plant die GGL weitere Kontrollen im Bereich der Werbung für nicht lizenzierte Anbieter, und die Ergebnisse dieser Maßnahmen werden in den laufenden Evaluierungsprozess integriert. Lizenzierte Betreiber melden derweil steigende Nutzerzahlen, während die Behörde die Einhaltung der Schutzvorgaben kontinuierlich überwacht.
Ausblick auf die nächsten Schritte
Die GGL wird im Herbst 2026 erste Zwischenergebnisse der Datenerhebung vorlegen, und diese sollen als Diskussionsgrundlage für politische Entscheidungsträger dienen. Christian Hochgrebe hat angekündigt, die Transparenz der Behörde weiter auszubauen, indem regelmäßige Berichte zu laufenden Verfahren und Marktentwicklungen veröffentlicht werden. Die Evaluierung bleibt dabei auf die gesetzlichen Vorgaben beschränkt und berücksichtigt keine externen Forderungen nach grundlegenden Änderungen.
Conclusion
Der Führungswechsel und der Beginn der GlüStV 2021 Evaluierung markieren eine Phase der Kontinuität und systematischen Prüfung innerhalb der deutschen Glücksspielregulierung, und die GGL setzt ihre Arbeit mit unveränderten Prioritäten fort. Die Behörde sammelt in den kommenden Monaten umfassende Daten, um eine fundierte Bewertung des bestehenden Regelwerks zu ermöglichen, während die Durchsetzung gegen illegale Angebote parallel voranschreitet. Weitere Informationen finden sich in der offiziellen Pressemitteilung der Behörde unter Wechsel im Verwaltungsratsvorsitz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.